StaplerCup 2026: Neue Weltmeister nach drei Tagen Hochspannung in Aschaffenburg

24.10.2026

Vom 22. bis 24. Oktober 2026 blickten Staplerprofis und Sportfans aus aller Welt nach Aschaffenburg: In der LINDE MH ARENA trafen sich die besten Staplerfahrerinnen und Staplerfahrer zum 21. Mal zu den StaplerCup Finals. Über 110 Forkliftheroes aus 11 Ländern kämpften bei der Forklift World Championship um die Titel, über 75.000 Fans verfolgten die drei Wettkampftage vor Ort und im Livestream. In zwei packenden Finalläufen holten sich Maren Schlabitz aus Kiel und Jörg Klößinger aus Oberdachstetten die Weltmeistertitel im Einzel. Die Team-Wertung entschied die Nationalmannschaft aus Belgien für sich, den Corporate Cup gewann die HELU GmbH aus Hemmingen (Baden-Württemberg). Erstmals liefen die Finals zusätzlich für ein wachsendes internationales Publikum in einem komplett englischsprachigen Livestream.

Aschaffenburg, 24. Oktober 2026. Präzision im Millimeterbereich, absolute Nervenstärke und das richtige Tempo: Das waren die entscheidenden Faktoren, um die 21. StaplerCup Finals für sich zu entscheiden. Die Parcours-Designer hatten die sportlichen Herausforderungen für 2026 in weiten Teilen neu konzipiert. Die Fahrerinnen und Fahrer mussten unter anderem rollende und hängende Elemente wie die “Wrecking Balls” oder den “Cable Drum Slider” sowie neue Varianten der überdimensionalen Stahlwippen, der KAUP Hero Ramps, meistern.

Schon im Corporate Cup am Donnerstag zeigte sich, wie viel Neues die Parcours-Designer vorbereitet hatten: Bei „Wrecking Balls“ verlangten Kettlebells und eine Seilrutsche höchste Präzision, bei „Standing Discs“ reichten die Teams drei unterschiedlich große Scheiben von Stapler zu Stapler weiter, brachten sie über die KAUP Hero Ramp und fädelten sie in bis zu vier Metern Höhe auf horizontalen Stangen auf. Im Halbfinale und im Finale mussten Getränkekisten über die KAUP Hero Ramp transportiert und auf einem Traversenturm aufgestapelt werden. Am Freitag nahmen die Nationalteams beim „Duck Lift“ kleine Schnabelstapler-Enten an Haken auf und setzten sie auf einer Zielplatte ab, beim „Ball Drop“ reichten sie Fußbälle bis zum Schubmaststapler weiter und warfen sie in eine rund fünf Meter hohe Säule.

In den Einzelwettbewerben der Damen und Herren war in Runde 1 beim „Mini Puzzle“ Fingerspitzengefühl gefragt: Puzzleteile mussten durch die passenden Aussparungen einer Schablone gesteckt werden. Im Parcours „76“ standen ebenso viele Golfbälle auf Tees in einer Wanne, und wer auf der Slalomfahrt Bälle verlor, kassierte Strafsekunden, darunter auch einige Top-Favoriten. Am Samstag galt es bei den „Automated Deadlifts“, eine Hantel zusammenzubauen und sicher abzulegen. Das Halbfinale und Finale entschied schließlich der „Cable Drum Slider“: Die Fahrerinnen und Fahrer nahmen “Kabeltrommeln” von einer senkrecht hängenden Traversenstange aus der Luft auf, schickten sie über eine Rutsche und manövrierten sie über die KAUP Hero Ramp.

Selten waren die StaplerCup Finals so offen wie in diesem Jahr: Keiner der vier Vorjahressieger konnte seinen Titel verteidigen. Benjamin Danker verpasste das Finale um wenige Meter, Swetlana Lattermann scheiterte im Halbfinale, Team Deutschland stolperte schon in Runde 3 über die Hantelstange, und ZF Friedrichshafen schied im Corporate Cup bereits nach der ersten Runde aus.

Dafür schrieben andere ihre ganz eigenen Geschichten: Routinier Jörg Klößinger krönte seine zwölfte Teilnahme mit dem Weltmeistertitel, Maren Schlabitz gewann gleich bei ihrem ersten StaplerCup in Aschaffenburg ein enges Finalduell, und Belgien holte sich nach 2024 zum zweiten Mal den Teamtitel.

In den Finalläufen entschieden Kleinigkeiten über Jubel und Enttäuschung: ein Fahrfehler, ein Patzer auf der KAUP Hero Ramp, ein Kistenstapel, der nicht sicher stand. Drei Tage, über 110 Fahrerinnen und Fahrer aus elf Ländern und mehr als 75.000 Fans vor Ort und im Livestream haben gezeigt: Staplersport ist längst auf der ganz großen, internationalen Bühne angekommen.

Jörg Klößinger aus Oberdachstetten ist Men’s Forklift World Champion 2026

Um den Titel Men’s Forklift World Champion fuhren in diesem Jahr 28 Fahrer aus acht Ländern.

In den beiden Vorrunden am Freitag setzten sich vor allem erfahrene Starter durch: Titelverteidiger Benjamin Danker, Jörg Klößinger bei seiner 12. Teilnahme und Carsten Diezel, zum achten Mal dabei, sicherten sich mit Bestzeiten den Einzug in Runde 3. Aber auch StaplerCup-Debütant Viktoras Omelcenko aus Litauen konnte sich qualifizieren und einen Platz unter den Top 10 erreichen.

Erstmals gab es in diesem Jahr einen eigenen Young Talents Qualifier: Die drei besten Nachwuchstalente zwischen 18 und 25 Jahren hatten sich dort ihren Startplatz bei den Finals gesichert. Cedric Weingärtner, Jan Pirsc und Lorenz Regler nahmen die Herausforderungen der Parcours hochmotiviert an, doch gegen die erfahrenen “Altmeister” konnte keines der jungen Talente in die Top 10 einziehen.

Im Parcours “Automated Deadlifts” in Runde 3 lieferte der automatisierte Unterfahrschlepper C-MATIC die Scheiben für den Hantelbau, und die Fahrer lieferten sich einen äußerst spannenden Kampf um die vier Plätze im Halbfinale. Zwei Fahrer fielen der äußeren Parcoursbegrenzung zum Opfer, die anderen präsentieren sich routiniert und nervenstark. Mit einer beeindruckenden Bestzeit von 3:38.0 Min. fuhr Top-Favorit Jörg Klößinger auf Platz 1, dicht gefolgt von Titelverteidiger Benjamin Danker, Patrick Reppert und Adnan Catic.

Im Halbfinale und im Finale wartete der „Cable Drum Slider“ auf die Fahrer. Ins Finale fuhren Jörg Klößinger und Adnan Catic, Benjamin Danker verpasste den Finaleinzug um wenige Meter und wurde Dritter vor Patrick Reppert. Den Kampf um den Weltmeistertitel der Herren entschied Jörg Klößinger aus Oberdachstetten nach einem Fahrfehler von Adnan Catic für sich und kürte sich damit hochverdient zum Men's Forklift World Champion 2026.

Maren Schlabitz aus Kiel gewinnt die Women’s Forklift World Championship 2026

Die gleichen Parcours, identische Anforderungen: Bei der Women’s Forklift World Championship stellten sich 16 Fahrerinnen denselben Aufgaben wie die Herren.

Rebecca Wallner aus Bremerhaven zog mit über 3 Minuten Abstand als Erste vor Melanie Holl und Marleen Sinikas aus Estland in die nächste Runde ein. Titelverteidigerin Swetlana Lattermann schaffte knapp den Einzug in die nächste Runde, einige Top-Favoritinnen wurden von Neulingen beim StaplerCup aus dem Feld geworfen.

Dramatische Momente brachte der Parcours “Automated Deadlifts” in Runde 3 der Damen mit: Drei Fahrerinnen mussten wegen Überfahren der Parcoursbegrenzung disqualifiziert werden. Nur fünf von zehn Fahrerinnen beendeten den Parcours fehlerfrei. Einen Platz im Halbfinale erfuhren sich mit der nötigen Konzentration und Umsicht Jennifer Rieger, zum dritten Mal bei den StaplerCup Finals dabei, Swetlana Lattermann, Weltmeisterin aus 2025 und Vize-Weltmeisterin 2024, Katrin Knochenhauer (2. Teilnahme an den Finals) und die StaplerCup-Debütantin Maren Schlabitz.

Im Halbfinale war dann auch für die amtierende Weltmeisterin Swetlana Lattermann Schluss. Maren Schlabitz und Jennifer Rieger zogen dagegen souverän ins Finale ein. Dort setzte sich Schlabitz in einem engen Head-to-Head-Duell nervenstark und hochkonzentriert gegen die Titelverteidigerin durch und krönte sich gleich bei ihrer ersten Teilnahme an den StaplerCup Finals zum Women's Forklift World Champion 2026.

Belgien triumphiert in der Team Forklift World Championship 2026

Elf Nationalteams traten in der Team Forklift World Championship an, darunter neben dem Titelverteidiger Deutschland die Niederlande, Belgien, Österreich und die Slowakei.

Feingefühl und gutes Augenmaß bescherten den Teams von Belgien und Deutschland in den Runden 1 und 2 Bestzeiten. Deutschland hatte die Nase bei den “Ducklifts” vorn und erreichte eine Topzeit von 3:25:10 Min. In diesem Parcours scheiterten einige Teams an den kleinen Gummienten und schafften die Aufgabe nicht in der vorgegebenen Zeit. Im Parcours “Ball Drops” konnte Team Deutschland seinen ersten Platz nicht verteidigen – die vier Bälle wurden von den Teams aus Kroatien, den Niederlanden und Belgien schneller in den Säulen platziert. In der Gesamtwertung zog Belgien als Erster, Deutschland als Zweiter und die Niederlande auf dem dritten Platz in Runde 3 am Samstag ein.

In Runde 3 entschieden saubere Übergaben und ein präziser Zusammenbau der Langhantel im Parcours mit dem Namen “Deadlifts” über den Einzug ins Halbfinale. Titelverteidiger Deutschland, fast schon sicher mit Bestzeit auf einem Top-4-Platz, scheiterte an der Ablage der Hantel und schied völlig überraschend aus. Die Slowakei, die Niederlande, Belgien und Slowenien erreichten dagegen mit souveränen Läufen sehr gute Zeiten und damit das Halbfinale.

Im Halbfinale waren das slowenische und das belgische Team am schnellsten und zogen somit ins Finale ein. Dort waren beide Mannschaften lange Zeit gleich auf, doch auf der KAUP Hero Ramp stürzte der Bälleturm der Slowenen ein und machte damit den Weg frei für die Belgier, die unter lautem Jubel den Parcours beendeten. Nach 2024 sicherte sich die Mannschaft zum zweiten Mal den Titel Team Forklift World Champion. Die Slowakei wurde Dritter vor den Niederlanden.

HELU sichert sich den Corporate Cup 2026


Bereits am Donnerstag hatten 14 Firmenteams den Auftakt der StaplerCup Finals gemacht. Im Corporate Cup tritt Jahr für Jahr das Who-is-who der deutschen Industrie an, 2026 unter anderem Continental, FRoSTA, Lorenz Snacks, CWS Workwear und der Titelverteidiger ZF Friedrichshafen.

In Runde 1 galt es, den neuen Parcours “Wrecking Balls” zu meistern. Das schaffte Kuehne + Nagel zwar mit einer beeindruckenden Bestzeit, doch für den Einzug ins Halbfinale reichte es nicht. In Runde 2 brachte das Team von FRoSTA, einer der Favoriten im Teilnehmerfeld, die drei Scheiben des Parcours “Standing Discs” am schnellsten ins Ziel. Titelverteidiger ZF Friedrichshafen schied dagegen unerwartet in Runde 1 aus. Den Einzug ins Halbfinale sicherten sich so HELU, Grüner Systemtechnik, FRoSTA und überraschend das Team von Kartoffelhof Hölck – ein familiengeführtes Unternehmen in Deutschlands hohem Norden, erstmals beim StaplerCup dabei und voller Motivation, es mit den “Großen” aufzunehmen.

Im Halbfinale warteten “Fourteen Crates” auf die Teams. Die Getränkekisten stapelten Kartoffelhof Hölck in 7:31:40 Min. und HELU in 7:57:20 Min. auf dem Traversenturm aufeinander und zogen als zeitschnellste Teams ins Finale ein. Die beiden anderen Halbfinalisten Grüner Systemtechnik und FRoSTA zeigten zwar eine solide Leistung, wurden aber disqualifiziert, da ihr Kistenstapel beim letzten Herausziehen der Gabelzinken zusammenstürzte.

Die beiden Finalisten HELU und Kartoffelhof Hölck lieferten sich ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen um den Championship-Titel. Beide brachten ihre – jetzt 16 – Kisten wieder souverän über die KAUP Hero Ramp, doch nur HELU konnte den Kistenstapel auf dem Traversenturm sicher abstellen. Mit einer fantastischen Finalzeit von 7:07:6 Minuten ließ sich das Team von HELU anschließend von der LINDE MH ARENA als Corporate Cup Champion 2026 feiern.

Staplersport mit Herz

Neben dem sportlichen Wettkampf steht beim StaplerCup traditionell auch das soziale Engagement im Fokus: Mit der Charity-Tombola sammelte der Verein StaplerCup hilft e. V. während der Finals in diesem Jahr Spenden für das Projekt „Pflegefamilien stärken. Zuhause schenken.“, das gemeinsam mit dem Aschaffenburger Verein One Day e. V. umgesetzt wird.

„Das fahrerische Niveau war in diesem Jahr enorm hoch. Die neuen Parcours haben den Fahrerinnen und Fahrern aber auch alles an Geschicklichkeit, Präzision, Nervenstärke und Teamwork abverlangt – und haben gezeigt, wie eng die Weltspitze inzwischen zusammenliegt“, bilanzierte StaplerCup-Sportdirektor Martin Stadtmüller.

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